Verein in der Presse
 
 








Liberta in der Fußballwoche

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28.02.2015



 RFC Liberta gewinnt das 1. Fußballturnier für Toleranz und Integration

Unsere Polizeidirektion 1 führte heute in Kooperation mit dem Bezirk
Reinickendorf im Märkischen Viertel das 1. (Kinder-) Fußballturnier für
Integration und Toleranz durch. Vertreten waren drei reguläre Vereine
aus dem Norden Berlins, ein Team aus Brandenburg (Schönfließ) sowie drei
Mannschaften mit Kindern aus Nordberliner Flüchtlingsunterkünften.

Zu letzteren zählt das Team N.i.A.s. (Nicht im Abseits stehen), welches
seit 2013 von Polizisten des Arbeitsgebietes Integration und Migration
(AGIM) der Polizeidirektion 1 trainiert wird.

Der Leiter der Polizeidirektion 1, Herr Kufka, und der Bezirksbürgermeister
von Reinickendorf, Herr Balzer, eröffneten das Turnier und betonten, dass
der Sport ein Schlüssel für gelebte Integration ist. Durch das Projekt
N.i.A.s. werden den Kindern unterschiedlichster Herkunft Berührungsängste
genommen und neben der sportlichen Betätigung auch Sozial- und
Sprachkompetenzen vermittelt.

Das Turnier gewannen die Kinder des RFC Liberta mit 1:0 gegen den
LVB Brandenburg. Den 3. Platz erreichte die Mannschaft des SC Borsigwalde,
das Team N.i.A.s. belegte den 4. Platz.

Der Bezirk Reinickendorf spendierte den Teams Pokale und Fußbälle.



(Quelle: Die Facebook Site der Polizei)


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Im Kiez fest verwurzelt

 

Der RFC Liberta 14 feiert am Donnerstag seinen 100. Geburtstag


Artikel Fussballwoche 5.4.2014

Die Macher bei Liberta im Jubiläumsjahr: Geschäftsführer Peter Hahn (links) und Vorsitzender Rainer Rehmann. Foto: Karkossa

Am Donnerstag wird es im Fontanehaus im Märkischen Viertel hoch hergehen: Der RFC Liberta 14 feiert seinen 100. Geburtstag mit einem Festakt im Herzen des Märkischen Viertels. Der Verein war sportlich zwar nie eine ganz große Nummer in Berlin und in seinem Heimatbezirk Reinickendorf, hat aber seine große integrative Kraft immer wieder unter Beweis gestellt. „Uns ist es wichtig, viele Kinder zum Sport zu bewegen. Das ist gerade in unserem Kiez wichtig – mit dem großen Anteil an Migranten“, sagt Peter Hahn (68), der seit vielen Jahren Jugendleiter, derzeit in Personalunion Geschäftsführer, Jugendkassenwart und gleichzeitig Trainer von drei Jugendteams ist.

Er bildet seit vielen Jahren die engagierte Speerspitze des Vereins – gemeinsam mit Rainer Rehmann (51), der schon als Jugendlicher für den RFC Liberta im offensiven Mittelfeld spielte und seit mehr als zehn Jahren 1. Vorsitzender ist. Dazu ist er Trainer der 1. Mannschaft in der Kreisliga B und spielt in der Ü 40. Und wenn Not am Mann ist, springt er trotz des für einen aktiven Kicker stolzen Alters von 51 Jahren sogar noch als Spieler ein.

Aufhorchen lässt auch das neueste Projekt im Verein: So bietet Liberta Nachhilfekurse für Spieler an, die Probleme in Schulfächern wie Mathe oder Deutsch haben. „Unser Jugendtrainer Pascal Engelhardt hat das angeschoben – und die Kurse werden angenommen. Einige haben schon bestätigt, dass die Nachhilfe was gebracht hat“, so Peter Hahn.

Jetzt wird aber erst einmal Geburtstag gefeiert. Das Festkomitee leitet Stephan Pfeifer. Nach dem Festakt sind weitere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr geplant. An Himmelfahrt wird auf der Anlage an der Scharnweberstraße ein Altliga-Turnier ausgetragen, an den Pfingstfeiertagen kommt dann die Jugend zum Zug. Und im Herbst wird es einen Jubiläumsball geben, voraussichtlich am 1. Oktober im Vereinsheim des VfL Tegel an der Hatzfeldtallee.

 

Urzelle Jugendclub „Hohenzollern“

Am 1. April 1914 kam bei einer Geburtstagsfeier im Lokal von Otto Schulze zu fortgeschrittener Stunde die Idee auf, einen Fußballverein zu gründen. Der Jugendclub „Hohenzollern 1914“ erblickte das Licht der Welt. Bereits eine Woche später am 8. April fand die erste Versammlung des neuen Vereins statt, erster Vorsitzender wurde Ernst Schmidt. Gespielt wurde auf dem Gelände des ehemaligen Tegeler Schießplatzes, dem heutigen Flughafen Tegel.

Schon ein Jahr später entstand ein neuer Klub: Aus der Fusion von „Hohenzollern 1914“ und dem Werkspostverein „Seidel 1915“ wurde der „SC Reinickendorf 1915“. Eine schlagkräftige Mannschaft entstand, doch der 1. Weltkrieg schlug alsbald eine Schneise in die Reihen des Vereins. Ernst Utesch, Walter Sedlatschek, Paul Krumrey und Ernst Taedtner ließen auf den Schlachtfeldern ihr Leben.

 

Ab 1930 an der Scharnweberstraße

In einer dramatischen Sitzung, in der es hauptsächlich um den Vereinsnamen ging, wurde nach dem Krieg als „RFC Liberta 1914“ neu angefangen. Den Vorsitz übernahm Karl Grabow, der dann vom unvergesslichen Gustav Brinkmann abgelöst wurde. Unter seiner Führung wurde aus einem brachliegenden Gelände ein notdürftiges Spielfeld an der Berliner Straße hergerichtet. 1923 wurde dem Sportclub Wedding dessen Sportplatz an der General-Barby-Straße/Scharnweberstraße abgekauft. Aber schon 1927 musste dieser Platz Wohnungsbauten weichen – es ging zurück an die Berliner Straße. 1930 musste auch dieser Platz geräumt werden, und seit dieser Zeit ist der Verein auf den Städtischen Sportplätzen an der Scharnweberstraße beheimatet.

Nachdem sich der Verein zum Beginn des 2. Weltkrieges aufgelöst hatte, hob wieder im April, am 9. 4. 1949 Fritz Schulze Liberta erneut aus der Taufe. Zum 1. Januar 1950 hatte der Verein bereits wieder 134 Mitglieder – davon 53 Jugendliche. Aber sportlich hatte der
RFC Liberta wenig zu melden. 1971 folgte sogar der Abstieg in die unterste Spielklasse Berlins.

 

Aufschwung unter Joachim Wiese

Der Verein stand fast vor der Auflösung, und nur mit viel Mühe sowie dem Einsatz des damaligen Geschäftsführers Schönicke gelang es, diese abzuwenden. Dann wechselten fast alle Spieler der erfolgreichen Juniorenmannschaft zur Männerabteilung. Vor allem mit der Verpflichtung von Joachim Wiese als Trainer im Sommer 1983 ging es bergauf. Der Vorsitzende Heinz Neumann holte ehemalige Oberliga-Spieler wie Rufft, Schäfer und Sendsitzky an die Scharnweberstraße. 1985 stieg man in die Kreisliga B, 1987 als Meister der Kreisliga B in die A-Klasse auf – erstmals nach 25 Jahren wieder.

 

1993 erstmals in der Landesliga

Als Wiese 1988 zum Oberligisten Rapide Wedding wechselte, wurde dem positiven Trend zunächst ein Stoppzeichen gesetzt. Doch es ging nochmals nach oben. Mit dem damals 35-jährigen Jörg Schmidt, dem heute seit vielen Jahren erfolgreichen Trainer des VfB Hermsdorf, gelang 1993 erstmals in der Vereinshistorie der Aufstieg in die Landesliga. So weit oben war Liberta zuvor nie gewesen.

Es war die vielleicht schönste Zeit in der Vereinsgeschichte. Zusammen verreiste man nach Bibione in Italien. Die erste Saison in der Landesliga beendete man auf Platz acht, dann ging es runter in die neue Bezirksliga. Hier hielt man sich bis 1999, dann setzte sich der Fahrstuhl nach unten wieder in Bewegung. Danach kam die 1. Männermannschaft nie wieder richtig auf die Beine, man blieb Stammgast in den unteren Spielklassen.

Aber sportlicher Erfolg ist nie das Einzige gewesen, was zählt. „Wir nehmen jeden Knirps jeder Nationalität“, sagt Rehmann. Mit der großzügigen Sportanlage inklusive des kleinen Ladens mit Leckereien, Kaffee, Kakao, kalten Getränken, Würstchen (Geflügel für die muslimischen Mitbürger), dem günstigen Monatsbeitrag (Jugendliche zahlen 6 Euro), mit interessanten Reisen und dem Weihnachtsgeschenk für jedes Vereinsmitglied hat man auch gute Argumente auf seiner Seite. Herzlichen Glückwunsch, Liberta, zum 100. Geburtstag!

 

Von Bernd Karkossa